Bio-Produkte vom regionalen Gärtnerbetrieb

Mit der einzigartigen bäuerlichen Idylle mitten in der Großstadt könnte es bald vorbei sein.

Seit mehreren Generationen produzieren die Gärtnerfamilien in der Donaustadt erntefrisches Obst sowie Gemüse für die Bevölkerung der Bundeshauptstadt. Insgesamt 169 Wiener Betriebe bieten eine saisonale Produktvielfalt und erzeugen umweltschonend mit Nützlingseinsatz. Die Gärtnereien stehen für eine innerbetriebliche Know-how-Weitergabe und für die Sicherung von rund 3.700 Arbeitsplätzen.

Der Lebensmittelhandel wiederum produziert seit zirka zwei Jahren in Kooperation mit landwirtschaftlichen Großbetrieben sein Obst wie auch Gemüse in großen Mengen selbst und verdrängt so die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe.

Die Gemüsesaison endet mit November, und die Zukunft vieler Gemüsegärtnereien in Wien ist ungewiss. Der Lebensmittelhandel drückt die Erzeugerpreise und bezieht das Gemüse zunehmend von industriellen Großbetrieben. Diese setzen auf Menge, nicht auf Qualität und Vielfalt. Für den Kunden bedeutet das weniger Sortenvielfalt in den Regalen und keine Alternativen beim Einkauf. Ein paar wenige Großproduzenten werden in Zukunft die Preise diktieren.

Paradeiser, Gurken oder Paprika werden auch während der Wintermonate von einigen Großbetrieben mit einer aufwendigen und energieintensiven Belichtung produziert. Eine durch die Natur bestimmte heimische Obst- und Gemüsesaison könnte es in Zukunft nicht mehr geben. Fällt einer dieser landwirtschaftlichen Industriebetriebe aus, ist die Versorgungssicherheit nicht mehr gegeben. Mehrere kleine Betriebe hingegen garantieren eine Ausfallsicherheit und stehen für eine krisenfeste Produktion.

Wenn man schon als Bewohner der Donaustadt viele solcher Betriebe quasi „vor der Nase“ hat, sollte man das Angebot doch in Anspruch nehmen.

2017-04-07T12:33:37+00:00 10. November 2016|Donaustadt News|