„Amtliche“ Kaufpreisstatistik ab kommendem Jahr

Mit Kaufpreis-Statistiken im heimischen Immobilienmarkt ist es so eine Sache. Zumeist geistern nur allerlei Preisspiegel mit reinen Angebotspreisen durch die Medienlandschaft, weil sie von Immobilienportalen kommen, die nur ihre eigenen (Angebots-)Preisdaten haben, aber keine Informationen über die tatsächlich erzielten Kaufpreise.

Marktkenner wissen, dass es zwischen Angebots- und Abschlusspreisen mitunter zu enormen Unterschieden kommen kann.Anfang kommenden Jahres soll es nun aber auch endlich quasi von amtlicher Seite vernünftige Kaufpreisstatistiken geben. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat Anfang der Woche seine Ankündigung vom Sommer wahr- und eine Verordnung kundgemacht, die die rechtliche Basis für die Statistik Austria darstellt, künftig Preisindizes für Häuser und Eigentumswohnungen in Österreich zu erstellen.

Konkret wird die Statistik Austria viermal im Jahr Indizes über die Preisentwicklung von Häusern (auch Fertigteilhäusern) und Eigentumswohnungen privater Haushalte erstellen. Die ersten Statistiken, die aller Voraussicht nach bis 2011 zurückreichen dürften, sollten im Frühjahr erscheinen und auch auf der Website der Statistik Austria jedermann zugänglich sein. Basis dafür werden die Preise des Jahres 2010 sein.

Die beiden zu erstellenden Preisindizes – der erste nennt sich „Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum“ und umfasst Eigentumswohnungen, der zweite nennt sich ganz allgemein „Immobilienpreisindex“ und deckt Häuser und Grundstücke ab – sollen äußerst detailliert ausfallen: Neben Kaufpreisen, Grundbuchsdaten, Kaufvertragsdaten, Grundstücksflächen, Lageparametern (also der genauen Adresse der Liegenschaft bzw. Wohnung) und der Widmung jedes einzelnen gehandelten Grundstücks sind im Fall von Eigentumswohnungen auch die Gebäudefläche und die Anzahl der Wohneinheiten des betreffenden Hauses, die Bauperiode, der Gebäudeeigentümertyp und die Energiekennzahlen zu erheben.

Man wird dazu nicht nur auf hauseigene Daten wie das Gebäude- und Wohnungsregister zugreifen, sondern eben auch auf das Grundbuch und dessen Urkundensammlung (Justizministerium) sowie auf Daten der Grunderwerbssteuer, die das Finanzministerium laut Verordnung bereitstellen muss.

(Quelle: DerStandardOnline)

2017-03-28T22:35:17+00:00 22. Oktober 2014|Marktbeobachtung|