Der freie Markt ist nur ein kleiner Markt

Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bestätigt: Es ist nur ein sehr kleiner Teil der Wiener Mieterinnen und Mieter, der von den laufenden starken Erhöhungen der letzten Jahre betroffen ist. Konkret sollen es nur fünf Prozent aller Mietverträge sein, weil der allergrößte Teil – etwa die Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen, aber auch sehr viele Privatwohnungen – sich im Bereich der Kategorie- und Richtwertmieten bewegt.
41 Prozent Privatwohnungen
Konkret sind von den insgesamt 960.000 Wohneinheiten in ganz Wien mehr als drei Viertel (78 Prozent) Mietwohnungen. Der Rest entfällt auf Eigentumswohnungen, Reihenhäuser oder frei stehende Einfamilienhäuser im Eigentum.
Von den somit rund 750.000 Mietwohnungen (inklusive Nebenwohnsitzen) stellt der öffentliche bzw. geförderte Sektor den Löwenanteil, nämlich die Gemeinde Wien (31 Prozent, also rund 230.000) und die gemeinnützigen Bauträger (28 Prozent, rund 210.000).
Der „Rest“ von 41 Prozent (rund 310.000 Wohnungen) ist der private Wiener Wohnungsmarkt. „Privat“ heißt aber freilich nicht, dass der Mietzins frei vereinbar wäre; in den meisten Fällen gilt nämlich auch hier eine gesetzliche Mietenbeschränkung. Übrig bleibt laut den Berechnungen des Wohnbauressorts ein Anteil von höchstens fünf Prozent, der dann tatsächlich der freien Mietzinsvereinbarung unterliegt, wo also Marktmieten verlangt werden können.
(Quelle:derStandard, 21.9.2012)

2016-04-18T22:12:36+00:00 21. September 2012|Marktbeobachtung|