Immobilienpreise steigen schneller als Mieten

Um ihr Geld vor der Inflation zu schützen, stürzen sich die Anleger auf Immobilien. Billiger dürften diese nicht werden, doch sie werfen auch nicht mehr viel ab.

Wohnungskäufer müssen tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr: Wer in Wien eine neue Eigentumswohnung kauft, muss dafür erstmals mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter hinlegen. Im Durchschnitt. In sehr guter Innenstadtlage zahlt man 8600 Euro– also fast dreimal so viel. Das geht aus dem jüngsten Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer hervor, der am Dienstag in Wien präsentiert wurde.

Vermietet man diese Wohnungen weiter, erhält man für die Durchschnittswohnung auf dem freien Markt 100 Euro Miete pro Jahr und Quadratmeter (8,25 Euro pro Monat). Das entspricht 3,3 Prozent des Kaufpreises. Für die Luxuswohnung darf man mit 180 Euro pro Jahr (15 Euro im Monat) rechnen. Das wären zwei Prozent des Kaufpreises– weniger als die gegenwärtige Inflationsrate.

Alte Wohnungen werfen mehr ab

Zwar lässt sich die Eigenkapitalrendite mit Fremdfinanzierung und Steuervorteilen deutlich heben (umgekehrt wird sie von den mindestens zehn Prozent Extraspesen beim Kauf, den laufenden Reparaturkosten und etwaigen Leerständen angeknabbert). Auch sind gebrauchte Eigentumswohnungen um einiges günstiger als neue– in Wien etwa um ein Drittel, während die Unterschiede bei der Miete geringer ausfallen.
Doch der Trend, dass sich die Kaufpreise vor allem in den Ballungszentren schneller verteuern als die Mieten, reißt nicht ab.

2016-04-18T22:13:56+00:00 8. Juni 2011|Marktbeobachtung|