Kaum leistbarer Wohnraum für Einkommensschwache

Eine aktuelle Studie belegt, dass im geförderten Wohnbau und Gemeindewohnungen 50% der Mittelschicht wohnt. Einkommensschwache Bevölkerungsschichten sind gezwungen, auf den (teureren) Privaten Immobilienmarkt auszuweichen. Das zeigt ganz deutlich, dass Förderungen nicht die wirklich bedürftigen erreichen.

Um vom Versagen der Förderpolitik abzulenken wird der private Immobiliensektor als Schuldiger für die Misere hingestellt. Zu teuer, für viele nicht leistbar, so die Behauptung. Das ist Richtig. Aber nur für jene, die eigentlich im geförderten Sektor Wohnversorgt werden sollten.

Derzeit warten 14.101 vorgemerkte Wienerinnen und Wiener auf ihre erste Gemeindewohnung und über 10.000 Mieterinnen und Mieter von Sozialwohnungen benötigen aufgrund der Wohnverhältnisse, Familienzuwachses oder anderen Veränderungen ihrer Lebenssituation dringend eine andere Wohnung. Dazu kommen über 100.000 bedürftige Wiener, die aufgrund der unverhältnismäßigen Richtlinien de facto keine Chance auf leistbaren Wohnraum haben.

Das neu geschaffene Wohnticket erweist sich immer mehr als Instrument, zigtausende bedürftige Wienerinnen und Wiener von sozialem Wohnraum auszuschließen. Es dürfte einzig und alleine dafür da sein, die jahrelange Wartezeit auf eine soziale Wohnung für Wiener intransparent zu machen.

2016-12-08T21:05:41+00:00 16. März 2016|Marktbeobachtung|