Wohnungsmangel zeichnet sich ab

Das rasante Bevölkerungswachstum in Wien wird über kurz oder lang eine Wohnungsknappheit zur Folge haben. Grund dafür ist nicht nur die Landflucht, sondern die Flüchtlingskrise und die immer größere Anzahl anerkannter Flüchtlinge, die es leistbar unterzubringen gelte. Vor Kurzem ist man noch von einer Zuzugsquote von zwischen 25.000 und 30.000 Personen pro Jahr ausgegangen. Aktuelle Statistiken im vergangenen Jahr prognistizieren nun einen Anstieg von bis zu 43.000 Personen jährlich.

Die populistische Forderung nach gedeckelten Mieten ist nicht nur wirtschaftlicher Unsinn, sondern bringt dem Wohnungssuchenden nichts, wenn er keine Wohnung findet. Es braucht keine schärfere Mietenregulierung, sondern ein größeres Angebot. Die aktuelle Wohn- und Förderungspolitik erfasst derzeit die falsche Zielgruppe. Geförderte Wohnungen haben heute besonders hohe Qualität und sind nur für Menschen mit mittlerem Einkommen leistbar. Hier muss ein Umdenkprozess stattfinden, damit auch geförderte Wohnungen in akzeptabler Qualität für möglichst viele Menschen in den unteren Einkommensschichten gebaut werden können. Für diesen Wohnungssektor wäre eigentlich die Gemeinde Wien zuständig.

Eine aktuelle Studie zum Theme „Leistbares Wohnen“ belegt, dass vornehmlich der private Sektor diese Bevölkerungsgruppe mit Wohnraum versorgt. 51Prozent der einkommensschwachen Bevölkerungsschichte sind Mieter von privaten Wohnungen, hingegen sind es lediglich 25Prozent im Gemeindebau.

2016-12-26T11:55:29+00:00 15. Februar 2016|Stadtentwicklung|